Unser Leitbild

Das Diakonie-Klinikum orientiert sich am christlichen Menschenbild. Dies wirkt sich auf die ethische Grundhaltung und das Handeln in allen Lebens- und Arbeitsbereichen aus. Aus dem Leitbild sind Ziele ableitbar, an denen sich die Entscheidungen und Handlungen im Arbeitsalltag orientieren und mit denen Prioritäten gesetzt und Entscheidungen getroffen werden können. Alle Menschen in unserer Einrichtung können sich untereinander auf dieses Leitbild berufen. Das Leitbild stellt den Maßstab dar, an dem wir unsere Arbeit messen lassen.

Das Leitbild entstand aus einer Überarbeitung des Leitbilds der Evangelischen Diakonissenanstalt Stuttgart und der Leitbild-Ergänzung für das Diakonissenkrankenhaus.

Das Leitbild behandelt folgende Themen und Fragen:

Wozu ein Leitbild?

Dieses Leitbild drückt das gemeinsame Selbstverständnis und die Wertorientierung aller Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des Diakonie-Klinikums aus.

Das Diakonie-Klinikum Stuttgart orientiert sich als diakonische Einrichtung am christlichen Menschenbild. Dies wirkt sich auf die ethische Grundhaltung und das diakonische Handeln in allen Lebens- und Arbeitsbereichen aus.

Aus dem Leitbild sind nachprüfbare Ziele ableitbar, an denen die Entscheidungen und Handlungen im Tagesgeschäft zu bemessen sind. Mit Hilfe des Leitbildes können im Arbeitsalltag Prioritäten gesetzt und einvernehmliche Entscheidungen getroffen werden, gerade in Situationen der Mittelknappheit und in Zeiten mit immer selbstbewussterem Ausdruck von Teilinteressen.

Alle Menschen in unserer Einrichtung sind berechtigt, sich untereinander auf dieses Leitbild zu berufen. Das Leitbild stellt den Maßstab dar, an dem wir unsere Arbeit messen lassen.

Unsere Grundlagen – wer wir sind und woher wir kommen

Das Diakonie-Klinikum Stuttgart wurde von der Evangelischen Diakonissenanstalt Stuttgart und der Heilanstalt Paulinenhilfe für orthopädische Kranke, Stuttgart, gegründet. In der diakonischen Tradition ihrer Gründergesellschafter weiß sich das Diakonie-Klinikum an den hilfsbedürftigen und kranken Menschen gewiesen und ist bereit, ihn ohne Ansehen von Person und Religion in seinen individuellen Nöten anzunehmen und ihm ganzheitlich zu helfen. Sie leistet diesen Dienst auf der Grundlage des Evangeliums von Jesus Christus und in Verbundenheit mit der evangelischen Landeskirche.

Die Evangelische Diakonissenanstalt steht in der Tradition der Kaiserswerther Mutterhausschwestern. Sie ist dem Gottvertrauen, der Schaffenskraft und der Gütergemeinschaft der Diakonissen zu verdanken.

Die Heilanstalt Paulinenhilfe sieht seit ihrer Gründung ihre Aufgabe darin, jenen Menschen, die durch Schmerzen und Behinderungen des Bewegungsapparates beeinträchtigt sind, ihre Bewegungsfreiheit und somit  ihre Stellung in der Gesellschaft zu erhalten oder wiederzugeben. Sie hat sich mit dieser Zielsetzung stets den anfallenden Aufgaben gestellt und entsprechend angepasst. In diesem Bemühen weiß sie sich seit 1900 mit der Evangelischen Diakonissenanstalt einig, dem Jahr als die Diakonissen durch den Gestellungsvertrag ins Haus kamen.

Diese Traditionen werden im Diakonie-Klinikum von Diakonischen Schwestern und Brüdern sowie Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern unter veränderten Bedingungen weitergeführt. Das Diakonie-Klinikum wird von Menschen getragen, die sich als Christen verstehen und Mitglieder der Evangelischen Landeskirche sind oder einer anderen Gliedkirche der Arbeitsgemeinschaft christlicher Kirchen (ACK).

Zu unserer Mitarbeiterschaft gehören auch Menschen mit einer anderen oder ohne eine religiöse Bindung. Bei aller Verschiedenheit des Glaubens und Denkens erkennen wir uns gegenseitig  als gleichwertige Partner an, wissen uns den gleichen sozialen Werten verpflichtet und begegnen uns im Geist der Nächstenliebe.

Unser Auftrag

Im Einzelnen heißt das für uns:

  • Wir verstehen jeden Menschen als Gottes Geschöpf, das in der Beziehung zu seinem Schöpfer seine wahre Bestimmung findet. Die Würde des Menschen achten und schützen wir. Auf dieser Grundlage wenden wir medizinische und sozialwissenschaftliche Erkenntnisse an. Wir verfolgen aufmerksam Entwicklungen, die die Würde des Menschen bedrohen. Wir machen sie bewusst und wirken ihnen entgegen.
  • Wir gestalten unsere Dienste am Menschen in Nächstenliebe und Selbstachtung. Dazu brauchen und fördern wir Verantwortungsbereitschaft, fachliche Qualifikation und soziale Fähigkeiten. Diakonischer Auftrag bedeutet für uns auch Freude an unserer Arbeit und persönliche Entfaltung.
  • Wir wissen, dass wir auch im besten Bemühen schuldig werden können. Deshalb sind wir bei der Erfüllung unseres Auftrages angewiesen auf hilfreiche Kritik und die Bereitschaft, Gott und Mitmenschen um Vergebung zu bitten und anderen selbst zu vergeben.

Dies geschieht, indem

  • wir berufliche Aus- und Fortbildung und diakonische Persönlichkeitsbildung fördern.
  • jede Mitarbeiterin und jeder Mitarbeiter seine Bedeutung und Verpflichtung für das Ganze in seiner Arbeitssituation erleben und erfahren kann.
  • verantwortlich mit Gütern umgegangen wird.
  • einladende Offenheit und partnerschaftliches Interesse gegenüber Andersgläubigen und Suchenden gelebt wird.
  • wir unseren Patientinnen und Patienten in christlicher Wertschätzung begegnen.
Unsere Marktsituation

Im Krankenhausbereich besteht heute eine Wettbewerbssituation. Krankenhäuser mit vornehmlich ökonomisch ausgerichtetem Management konzentrieren sich unter dem zunehmenden Kostendruck auf besonders ertragreiche Leistungsschwerpunkte. Dadurch werden andere, medizinisch und sozial ebenso wichtige Bereiche, in Frage gestellt.

Das Diakonie-Klinikum stellt sich dem Wettbewerb. Wir bemühen uns, auch in ökonomisch unattraktiven Bereichen medizinisch adäquat zu arbeiten und keine sozialen Härten entstehen zu lassen. Abnehmende Ressourcen stehen dem entgegen. Unser Haus muss sich auch den Erfordernissen des Marktes und den steigenden Erwartungen der Patientinnen und Patienten an neue Leistungsangebote stellen.

Die weitere Entwicklung im Sozial- und Gesundheitswesen ist unklar. Wir nehmen diese Herausforderung als Chance an.

Unser Profil

Wir wollen patientenorientiert arbeiten. Unsere Dienstleistungen, Verwaltungsarbeiten und unsere Organisation sollen deshalb für die Beteiligten nachvollziehbar und schonend sein.

Trotz Kostendruck wollen wir unsere Patientinnen und Patienten gut versorgen und medizinisch und pflegerisch kompetent behandeln. Dabei stellen wir uns darauf ein, dass es zum einen Menschen in Lebenskrisen gibt, die geistlichen Beistand suchen, und zum anderen Menschen, die sich eher als Kunden verstehen. Besonderen Wert legen wir darauf, dass wir mit Patientinnen und Patienten menschlich und wertschätzend umgehen. Wir verstehen darunter die persönliche Ansprache und Zuwendung, die Einbeziehung von Familie und persönlichem Umfeld. Die würdevolle Begleitung von Sterbenden ist uns ein wichtiges Anliegen.

Von den Menschen, die zu uns kommen, erwarten wir, dass sie unsere ethischen Grundsätze respektieren. Unsere Leistungen können nicht im Widerspruch zu diesen Grundsätzen stehen. In medizinischen und pflegerischen Konflikten wollen wir mit den betroffenen Menschen zu ethisch verantwortbaren Entscheidungen kommen.

Unsere Leistung

Unsere Arbeitsbereiche umfassen die ganzheitliche medizinische und pflegerische Versorgung von Patientinnen und Patienten sowie die unterstützenden Dienste.

Die Qualität unserer Arbeit beweist sich anhand der Arbeitsergebnisse und der Zufriedenheit der Empfänger unserer Leistungen. Die Arbeitsqualität muss sich an den gesetzlichen Richtlinien und an Maßstäben innerhalb der Berufgsgruppen orientieren. Unser Ziel ist eine kontinuierliche Verbesserung der Qualität. Rahmenbedingungen, die die Qualität einschränken, wollen wir verändern.

Die Kostendeckung unserer Einrichtung ist eine unabdingbare Verpflichtung. Ihr kommen wir durch sorgsame Verwendung der Leistungsentgelte, Subventionen und Spendengelder nach. Wir verpflichten uns zu Kostendenken und zur bedarfsgerechten Erstellung, Vereinbarung und Verwendung von Budgets in unseren jeweiligen Verantwortungsbereichen.

Unsere Organisation

Unsere Arbeitsabläufe dienen der bestmöglichen Erfüllung der Aufgaben für die uns anvertrauten Menschen. Der Einsatz von Personal und Hilfsmitteln soll wirksam und schonend für den Empfänger, konzentriert in der Sache, reibungsarm zwischen den Beteiligten und wirtschaftlich sein.

Um möglichst viel Energie direkt im Sinne unseres diakonischen Auftrages einzusetzen, entwickeln und fördern wir eine teamorientierte Hierarchie mit wenig Ebenen und kurzen Abstimmungs- und Entscheidungswegen. Die Delegation von Aufgaben ist mit Verantwortung und Bedürfnissen verbunden.

Die Kommunikation zwischen allen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern, zwischen uns und den Leistungsempfängern soll klar, aufrichtig, zweckdienlich und taktvoll sein. Gute Kommunikation ist auf Gegenseitigkeit gerichtet. Wir verstehen Meinungsverschiedenheiten als Chance zum Lernen. Jeder hat Anspruch darauf, dass Anregung und Bedenken, Lob und Kritik, Ermutigung und Beschwerde deutlich und hilfreich direkt an ihn gerichtet werden. Nur so kann eine offene und respektvolle Streitkultur im Dienste der gemeinsamen Ziele erreicht werden. Konflikte gehören zu unserem Arbeitsalltag. Wir sind bestrebt, sie zu benennen, zu klären und sie zu lösen.

Wir erwarten voneinander, dass wir zur Arbeit im Diakonie-Klinikum eine positive Grundeinstellung haben. Bei der Entfaltung von Kreativität, Risikobereitschaft, konstruktivem Eigensinn, Voraus- und Querdenken in unserer Arbeit sind wir auf Partnerschaft angewiesen. Probleme wollen wir als Chancen, Herausforderungen, auch als Geschenk erkennen, und wir wollen, statt nur in Schwierigkeiten, auch in Möglichkeiten denken. Fehler sind Lernfelder, auf denen wir uns weiterentwickeln. Lernen und Schulen sind ständige Führungsaufgaben.

Alle, die Führungsverantwortung übernehmen, tragen Sorge dafür, dass die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter ihre Arbeit im Rahmen ihrer geistig-seelischen und körperlichen Kräfte einsatzfreudig tun können. Führen heißt für uns: Überzeugen und sich überzeugen lassen, fördern und fordern, anregen und zuhören, Störungen wahrnehmen und zu ihrer Behebung beitragen.

Das Leitbild für das Diakonie-Klinikum Stuttgart wurde in redaktioneller Überarbeitung des Leitbildes der Evangelischen Diakonissenanstalt Stuttgart und der Leitbild-Ergänzung des Diakonissenkrankenhauses erstellt.

Kontakt

Diakonie-Klinikum Stuttgart

Rosenbergstraße 38
70176 Stuttgart

Telefon: 0711 991-0
Telefax: 0711 991-1090

info -|- @ -|- diak-stuttgart.de

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